Kolumne im Detail

„Van Rompuy schliesst Staatspleite Griechenlands aus“

(NZZ vom 22. 9.2011)

Das ist schon mal ein kluger Ansatz. Es beendet einige unnötige bzw. dumme Diskussionen und Spekulationen.

Weiter unten im Artkel steht: „Die Regierung in Athen hatte zuvor weitere drastische Kürzungen für Rentner und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes beschlossen, um sich einen weiteren Notkredit der internationalen Geldgeber über acht Milliarden Euro zu sichern.“ Traurig. Gespart wird an denen, die keine Lobby haben. Am Bürger.

Wir erfahren dann, dass die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IMF) wieder nach Athen zurückkehren wird, um die Sparfortschritte in Athen weiter zu prüfen. Sparfortschritte.

Wir stellen fest:

Der Mechanismus geht doch so: Sparen am Geld der Familien und Rentner, mehr Arbeitslose des öffentlichen Dienstes, die nun diese bereits gekürzten Arbeitslosengelder bekommen (und danach doch keinen Job finden, weil alles flach liegt), bedeutet:

  • Weniger Konsum.
  • Weniger Konsum heißt, weniger Produktion notwendig.
  • Weniger Produktion notwendig, heißt weniger Jobs,
  • heißt mehr Arbeitslose,
  • heißt weniger Konsum,
  • heisst alles kollabiert nach Lehrbuch.

Moment: Waren da nicht noch diese Zahler der Rettungsschirme? Die wollen doch irgendwann von Griechenland das Geld bekommen? Sonst bezahlen Deutschland, Frankreich, etc. für die ganze Suppe, die hier zusammengespart wird?

Was läuft hier also verkehrt?

Wenn die Wirtschaft dank diesen Sparmaßnahmen kollabiert, entsteht kein neues Geld, um damit jemals wirklich Schulden abzubauen, denn Schulden baut man mit Einnahmen ab, nicht mit Ausgaben für Arbeitslose und Arme. Die rein monetaristische Sicht als Lösung der Krise in Griechenland ist als zukunftslos dumm.

Wann kommt also die EU-Kommission mit Fragen wie:

Wie schaffen wir eine neue Wirtschaft in Griechenland?

Wie schaffen wir neue Arbeit für die Griechen, damit sie ihr Brot wieder selber bezahlen?

Wie bekommen wir eines fernen Tages Griechenland so gesund, dass es uns die Schulden zurück zahlen kann?

Das "Euro-Länder-Bank"-Modell geht das Problem an. Schade um jede Woche in der die griechischen Bürger nur kaputt gespart werden. Die Reichen haben sich ja sowieso schon abgesetzt. Wer will denn freiwillig da leben, wo so viele Menschen leiden?

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