Kolumne im Detail

Die zwei Fragen des Tages

UBS:  Herr Adoboli wurde mitte September verhaftet. 2,3 Milliarden USD wurden verzockt.
Hinzu kommen nochmals rund 400 Millionen Verluste und Kosten.

Macht 2,7 Milliarden USD.

Seit gestern weist UBS plötzlich einen "moderaten Quartalsgewinn" aus. Just für die Zeit, in der Herr Adoboli 2,7 Milliarden USD (brutto) kriminelle Verluste ins Haus UBS getragen haben soll.
Dieser moderate Gewinn kommt von einer neuen Einwertung (Rating) der vorhandenen Risiken, was einen "Buchgewinn" von mehr als 2,7 Milliarden verschafft. Die Presse schreibt: Augenwischerei.
Wir sagen: Es ist ganz normal.
Schlimm ist: So würden in den Banken auch die griechischen und anderen Schrottpapiere verschwinden, wenn die Banken nicht raffgierig sondern ehrlich wären. Wenn man aber über die Rettungsschirme so einfach an neues Geld herankommt, warum soll man dann die eigenen Risiken endlich etwas fairer bewerten?
Da behält die Bank doch lieber die schlecht bewerteten Reserven und nimmt das bequeme neue Geld.
Wenn die Verlust bringenden Aktivtäten von Adoboli kriminell waren...

  1. warum schreibt man dann nie von den kriminellen Gewinnen?
  2. warum schreibt man nie von kriminellen Bewertungen?

Auch das findet der geneigte Leser im Buch "Die grosse Sünde" erklärt.

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