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Draghis jesuitische Basis

EZB-Chef Mario Draghi ging in Rom bei den Jesuiten zur Schule. Bei seinem Vortrag in der Katholischen Akademie in Bayern am ……. Nahm er diese christliche Grundprägung als Ausgangspunkt, um für seine Geldpolitik Vertrauen zu gewinnen. Dies gelang ihm vollumfänglich.

Die halbstündige Rede in nahezu akzentfreiem Englisch wurde voll aufgezeichnet. Unser Videoclip dient nur zur Einstimmung. Draghi erklärte nicht nur die Politik der Europäischen Zentralbank in den letzten Jahren, er zerstreute auch viele Bedenken gerade aus deutscher Sicht. Der angebliche Konflikt mit Bundesbankchef Weidmann sei von den Medien sehr hochgespielt worden. Bei der Stabilität des Euros decken sich die Beurteilungen völlig. Trotz der Ausweitung der Euro-Geldmenge bestünden keine Inflationsgefahren, vielmehr sei die Inflationsrate derzeit im Fallen. Ein großer Teil des Geldes sei zur EZB zurückgekehrt. Draghi sieht in der Geldwertstabilität sein höchstes Ziel. Natürlich bauche Europa dazu ein Zusammenwachsen, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik, Haushaltsdisziplin, aber auch Solidarität. Draghi appellierte an die Hilfe bei Bedürftigkeit wie sie aus christlicher Haltung resultiert. Auch die Dramatik um Target-II entbehre der Realität. Die EU und die Euro-Gemeinschaft werden nicht auseinander brechen sondern sind durch die Krise gestärkt worden. Die Spekulanten gegen den Euro würden eines Besseren belehrt.

Von den Banken dürften keine Gefahren für die Volkswirtschaft ausgehen. Hier müsse die Politik die eingeleiteten Schritte konsequent fortsetzen bis keine Rettung durch den Staat  wegen „Systemrelevanz“ mehr nötig wäre. Die EZB unterstützt die Länder in ihren Reformbemühungen. Spekulationen gegen die Krisenländer müsse konsequent entgegengetreten werden. Dabei überzeugte Draghi mit seiner umfangreichen Detailkenntnis ebenso wie mit der Beherrschung der Instrumente der EZB. Kein Politiker im Publikum konnte ihn in die Enge treiben.

Allerdings wird sich Draghi diese moralisch fundierte Rede immer wieder vorhalten lassen müssen. Der mächtigste Mann Europas legte sich eine klare Selbstverpflichtung auf. Insofern schrieb die Katholische Akademie Europageschichte. Draghis jesuitischer Basis veranlasste ihn, nicht eine inhaltsleere Sonntagsrede zu halten, sondern Prinzipien klar heraus zu stellen, die ihn angreifbar machen. Doch das Weltbild Draghis ist so umfassend, dass der eigeschlagene Weg der beste für den Euro und Europa ist. Nun werde das Wachstum der Krisenländer wieder bestärkt. Ein Ende der „Eurokrise“ sei bereits erkennbar.

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